Allgemein, Vorstand

Schleswig-Holstein innovativ und zukunftsfähig gestalten

Impulse von StartUp SH e.V. zur Landtagswahl 2027

Juni 2026 – Schleswig-Holstein verfügt über starke Hochschulen, innovative Unternehmen, engagierte Gründerinnen und Gründer sowie hervorragende Voraussetzungen für wirtschaftliche und gesellschaftliche Innovationen. Um diese Potenziale besser zu nutzen, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen für Transfer, Gründung und Unternehmertum.

Unser Ziel ist es, dass Schleswig-Holstein bis 2035 zu den führenden Innovations- und Gründungsstandorten Deutschlands gehört. Dafür müssen mehr Ideen den Weg aus Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft in erfolgreiche Unternehmen finden und langfristig Wertschöpfung, Beschäftigung und Wettbewerbsfähigkeit im Land schaffen.

Unsere fünf Kernforderungen

1. Transfer und Gründung als strategische Aufgabe der Hochschulen stärken
Transfer und Gründung sollten als gleichwertige Leistungsdimension neben Forschung und Lehre in Hochschulstrategien, Zielvereinbarungen und Förderinstrumenten verankert werden.

2. Gründungsberatung an Hochschulen dauerhaft absichern
Die Gründungsunterstützung an den Hochschulen des Landes sollte langfristig institutionell finanziert und von befristeten Projektstrukturen unabhängig gemacht werden.

3. Innovationen besser finanzieren
Frühphasen-, Prototypen- und Wachstumsfinanzierungen sollten verlässlich ausgestaltet und der Zugang zu privatem Kapital weiter verbessert werden.

4. Kooperationen zwischen Startups, Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung ausbauen
Innovationen entstehen besonders dort, wo neue Unternehmen, etablierte Betriebe, Hochschulen und öffentliche Einrichtungen zusammenarbeiten und gemeinsam neue Lösungen erproben.

5. Schleswig-Holstein zum gründungsfreundlichsten Flächenland Deutschlands entwickeln
Verwaltungsverfahren sollten konsequent digitalisiert, regulatorische Hürden überprüft und innovationsfreundliche öffentliche Beschaffung gestärkt werden.

Für uns bedeutet das im Detail:

Innovations- und Gründungskultur stärken

Innovationen entstehen dort, wo Menschen Chancen erkennen, Verantwortung übernehmen und Ideen in die Umsetzung bringen können. Eine starke Gründungskultur beginnt deshalb nicht erst bei der Unternehmensgründung, sondern entlang der gesamten Bildungs- und Erwerbsbiografie.

Schulen, Hochschulen, Unternehmen und öffentliche Institutionen sollten unternehmerisches Denken und Handeln, Innovationsfähigkeit und Problemlösungskompetenz gezielt fördern.

Wir fordern:

  • Transfer und Gründung als gleichwertige Leistungsdimension neben Forschung und Lehre in Hochschulstrategien, Zielvereinbarungen und Förderinstrumenten zu verankern und 1 % der Hochschulgrundmittel für Transfer und Gründung bereitzustellen.
  • Die Gründungsberatung an allen Hochschulen dauerhaft institutionell abzusichern und von befristeten Projektstrukturen unabhängig zu machen.
  • Transferorientierung stärker in die Forschungsförderung des Landes einzubeziehen.
  • Entrepreneurship Education entlang der gesamten Bildungsbiografie auszubauen, von der Schule über die berufliche Bildung bis zur Hochschule.
  • Die Vielfalt des Gründungsgeschehens gezielt zu fördern und Potenziale von technologieorientierten Gründungen, Kreativwirtschaft, Sozialunternehmen sowie weiteren Gründungsformen gleichermaßen zu stärken.

Innovationen in Wertschöpfung und Wachstum übersetzen

Schleswig-Holstein verfügt über starke Hochschulen, innovative Unternehmen und besondere Kompetenzen in Zukunftsfeldern wie Energiewirtschaft, maritime Technologien, Life Sciences, Digitalisierung und sicherheitsrelevanter Wirtschaft.

Damit aus Ideen erfolgreiche Unternehmen entstehen können, benötigen Gründerinnen und Gründer geeignete Rahmenbedingungen, d.h. Zugang zu Finanzierung, Talenten, Netzwerken, Pilotkunden und internationalen Märkten. Gleichzeitig sind Kooperationen zwischen Startups, Wissenschaft und etablierten Unternehmen entscheidend für die Innovationsfähigkeit des Landes.

Wir fordern:

  • Förder- und Finanzierungsinstrumente für Gründungen langfristig und unabhängig von einzelnen Förderperioden verlässlich auszugestalten.
  • Frühphasen-, Prototypen- und Wachstumsfinanzierungen strategisch aufeinander abzustimmen und gezielt auszubauen.
  • Den Zugang zu privatem Kapital durch die Stärkung von Business-Angel- und Investorennetzwerken weiter zu verbessern.
  • Kooperationen zwischen Hochschulen, Startups, Mittelstand, Großunternehmen und öffentlicher Verwaltung gezielt zu fördern. Insbesondere KMU und öffentliche Einrichtungen sollten als Pilot- und Erstkunden für innovative Lösungen gewonnen werden.
  • Unternehmensnachfolgen als wichtigen Bestandteil einer modernen Gründungs- und Innovationspolitik weiterhin zu unterstützen.
  • Internationale Talente, technologieorientierte Gründungen und wachstumsstarke Unternehmen gezielt für Schleswig-Holstein zu gewinnen.

Gründungsfreundliche Rahmenbedingungen schaffen

Wer gründet, sollte möglichst viel Zeit für Innovation, Kundinnen und Kunden sowie den Aufbau seines Unternehmens verwenden können und möglichst wenig Zeit für Bürokratie.

Schleswig-Holstein kann sich als besonders gründungsfreundliches Bundesland profilieren und damit im Wettbewerb um Talente, Investitionen und innovative Unternehmen sichtbar positionieren.

Wir fordern:

  • Verwaltungsprozesse für Gründungen konsequent zu vereinfachen und weiter zu digitalisieren.
  • Die vollständig digitale Unternehmensgründung als landespolitisches Ziel konsequent weiterzuverfolgen, d.h. Unternehmensgründung innerhalb von 24 Stunden digital möglich
  • Internationale Gründerinnen, Gründer und Fachkräfte durch transparente, digitale und effiziente Verfahren zu unterstützen.
  • Die hohe Beteiligung von Frauen am Gründungsgeschehen zu sichern und weiter auszubauen.
  • Öffentliche Beschaffung innovationsfreundlicher auszugestalten und jungen Unternehmen den Zugang zu ersten Referenzkunden zu erleichtern.
  • Regulatorische Vorgaben regelmäßig auf ihre Auswirkungen auf Innovationen, Unternehmensgründungen und Unternehmenswachstum zu überprüfen.
Gemeinsam Zukunft gestalten

Die wirtschaftliche Zukunft Schleswig-Holsteins wird von den Unternehmen geprägt, die heute erfolgreich wirtschaften und von denen, die morgen gegründet werden.

Damit Schleswig-Holstein auch künftig ein innovativer, wettbewerbsfähiger und lebenswerter Standort bleibt, braucht es eine Politik, die Innovation, Transfer und Unternehmertum konsequent stärkt.

StartUp SH e.V. steht allen demokratischen Parteien als konstruktiver Gesprächspartner zur Verfügung. Gemeinsam können wir die Voraussetzungen schaffen, damit mehr Ideen in Schleswig-Holstein entstehen, umgesetzt werden und zu nachhaltigem wirtschaftlichem und gesellschaftlichem Erfolg beitragen.

Der Vorstand von StartUp SH e.V.
Dr. Anke Rasmus
(1. Vorsitzende), Leitung Zentrum für Entrepreneurship an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Prof. Dr. Ilona Ebbers
(2. Vorsitzende), Abteilungsleitung Wirtschaftswissenschaften und ihre Didaktik, Internationales Institut für Management und ökonomische Bildung, Europa-Universität Flensburg
Holger Fischer
(Schatzmeister), Leitung Referat Technologietransfer, Universität zu Lübeck
Stefanie Jordt 
(Beisitzerin), Director Entrepreneurial Development – Jackstädt-Zentrum Flensburg, Hochschule Flensburg
Dipl. Des. Claudia Haßfurther
(Beisitzerin), Team EXIST – Existenzgründungsbegleitung in der Kreativwirtschaft, Muthesius Kunsthochschule
Dr. Frank Schröder-Oeynhausen
(Beisitzer), Geschäftsführer TZL – Technikzentrum Lübeck
Dr. Annelie Tallig
(Beisitzerin), Teamleiterin startuphub.sh, WTSH