Am 24. März feierte das Green Entrepreneurship Forum in Flensburg sein zwölfjähriges Bestehen. Die Veranstaltung zeigte einmal mehr, was möglich ist, wenn nachhaltige Ideen und ein starkes Netzwerk zusammenkommen.
Gastgeberin des diesjährigen Forums war das Technologiezentrum lisezwei. Mit Dr. Conny Clausen als Leiterin der lisezwei und Stefanie Jordt, Director Entrepreneurial Development – Jackstädt-Zentrum Flensburg, war der passende Rahmen für Begegnungen, neue Perspektiven und den gemeinsamen Austausch geschaffen.
Von den Anfängen bis heute
Was 2014 im Audimax begann, ist heute ein fester Bestandteil des Flensburger Campus und wirkt weit über diesen hinaus. Seit zwölf Jahren bringt das Green Entrepreneurship Forum Menschen zusammen, die wirtschaftliches Handeln mit ökologischer und gesellschaftlicher Verantwortung verbinden und die nachhaltige Transformation aktiv mitgestalten möchten.
In seinem Rückblick zeichnete Prof. Dr. Dirk Ludewig die Entwicklung des Forums nach. Dabei wurde deutlich, wie früh das Thema Green Entrepreneurship in Flensburg aufgegriffen wurde und dass es heute aktueller und wichtiger ist denn je.
Auch Kianusch Stender, Mitglied des Schleswig-Holsteinischen Landtags und selbst mit Gründungserfahrung am Dock1, unterstrich in seinem Grußwort die Bedeutung von Haltung und gemeinschaftlichem Handeln. Für eine zukunftsfähige und nachhaltige Gesellschaft braucht es Menschen, die Ideen entwickeln und gemeinsam ins Handeln kommen.
Fünf Mini TED Talks voller Zukunftsvisionen
In fünf Mini TED Talks präsentierten die Speaker:innen ihre persönlichen Zukunftsvisionen und konkrete Projekte. Die Beiträge zeigten, wie unterschiedlich die Perspektiven auf eine nachhaltige Zukunft sein können und wie eng technologische, ökologische und gesellschaftliche Fragen miteinander verbunden sind.
Oona Colliander von der Hochschule Flensburg gab Einblicke in ein Projekt rund um eine autonome Hafenfähre und damit in neue Möglichkeiten nachhaltiger Mobilität. Mats Heitzmann vom bluprint lab stellte Ansätze und Ideen rund um eine Algenfarm vor.
Jacob Grünig von von Dorsch widmete sich unter dem Titel »Das Märchen von der eigenen Ohnmacht« der Frage, warum kleine Entscheidungen häufig eine größere Wirkung entfalten können als große Visionen. Dabei ging es auch darum, die eigene Wirksamkeit zu erkennen und Veränderung nicht allein als Aufgabe anderer zu betrachten.
Marie Büchler von Stoffwechsel stellte in ihrem Talk »Jenseits des Geldes – Tauschen als Zukunftsmodell« alternative Formen des Austauschs und des gemeinschaftlichen Wirtschaftens vor.
Florian Kondert nahm die Teilnehmenden schließlich mit in die Unsicherheiten der Zukunft. Unter dem Titel »Warum Zukunft oft so glitschig ist, wir gern falsch liegen, Probleme doof finden – und wie’s anders geht« zeigte er, warum Zukunft kein fixes Bild ist, sondern etwas, das immer wieder gemeinsam ausgehandelt und gestaltet werden muss.
Die Mini TED Talks machten deutlich: Zukunft entsteht durch Visionen, aber ebenso durch konkrete Projekte, veränderte Perspektiven und viele kleine Entscheidungen.
Weiterdenken in sechs Denkräumen
Danach ging es in den Denkräumen in die gemeinsame Vertiefung. In zwei Runden konnten die Teilnehmenden eigene Erfahrungen einbringen und neue Ansätze entwickeln.
Jacob Grünig knüpfte an seinen vorherigen Talk an und beschäftigte sich im Denkraum »Von der Ohnmacht zur Wirksamkeit« damit, wie wir uns durch gewohnte Denkmuster selbst blockieren und wie Re-Framing neue Handlungsmöglichkeiten eröffnen kann.
Prof. Dr. Claus Hartmann von der Hochschule Flensburg stellte die Frage »Energiewende als Chance – was wird jetzt möglich?« und richtete den Blick auf neue Potenziale, die durch die Transformation des Energiesystems entstehen.
Dr. Conny Clausen zeigte unter dem Titel »Booster für Innovationen«, warum der Accelerator GATEWAY49 nicht nur für Startups, sondern auch für kleine und mittlere Unternehmen interessant sein kann.
Dr. Thomas Neumann vom Borderstep Institut nahm die Entwicklung grüner Gründungen in den Blick. In seinem Denkraum »Anteil grüner Start-ups rückläufig – was nun?!?« diskutierten die Teilnehmenden, welche Rahmenbedingungen und Unterstützungsangebote nachhaltige Gründungen künftig benötigen.
Im »Crowd Visioning connectSHub« von Florian Kondert waren die Teilnehmenden selbst gefragt: Ausgehend von der Vorstellung, das Projekt connectSHub zu übernehmen, entwickelten sie Ideen für dessen mögliche Zukunft und nächste Schritte.
Ein aktives Netzwerk für nachhaltige Gründungen
Besonders sichtbar wurde an diesem Tag erneut die Vielfalt und das Engagement des Gründungsnetzwerks in Schleswig-Holstein. Mit Akteuren wie WEstartupSH, den NORDZENTREN mit dem connectSHub und GATEWAY49 zeigte sich, wie viel entstehen kann, wenn Wissen geteilt, Ideen vernetzt und Kräfte gebündelt werden.
Ein großes Dankeschön gilt allen Wegbereiter:innen und Mitwirkenden, die das Green Entrepreneurship Forum in den vergangenen zwölf Jahren geprägt haben.
Ein besonderer Dank geht an Stefanie Jordt und ihr Team: Lisa Marie Cig, Gideon Harpantides, Jasmin Pohlmann, Mette Andresen, Calina Coppola und Oskar Wille für die Organisation und Umsetzung des diesjährigen Forums.
Wir gratulieren zu zwölf Jahren Green Entrepreneurship in Flensburg und freuen uns auf viele weitere Jahre voller nachhaltiger Ideen, mutiger Perspektiven und gemeinsamer Gestaltung im echten Norden.
Foto: Katharina Dehde
