Der Berufsweg der Eltern hat entscheidenden Einfluss auf Gründer:innen

Am 07. Mai stellten die Bertelsmann Stiftung und der Startup-Verband gemeinsam die Studie “Startups und soziale Herkunft: Was Gründer:innen prägt und antreibt” vor. Die Studie verdeutlicht den bedeutenden Einfluss der sozialen Herkunft auf das Thema Gründung und stellt die Frage nach Barrieren und deren Abbau, um das Gründungspotenzial in Deutschland voll auszuschöpfen. Strukturen sollten überdacht und Netzwerke bewusst geöffnet werden. Ein positives Ergebnis der Studie ist, dass neun von zehn der Gründer:innen erneut ein Unternehmen gründen möchten, was zeigt, dass die Lust am Unternehmertum unabhängig von der sozialen Herkunft besteht.

Dr. Leif Brändle von der Universität Hohenheim unterstreicht die Bedeutung dieser Pionierarbeit, da es bisher international sehr wenige Studien zu dem Thema gibt. Er betont die Bedeutung der sozialen Herkunft als wichtigen Einflussfaktor auf Gründungen.

Jannis Gilde vom Startup-Verband präsentiert die Ergebnisse der Studie. Diese zeigen zum einen die Bedeutung des Bildungsabschlusses der Gründer:innen selbst, da 85% der befragten Gründer:innen ein Studium abgeschlossen haben. Aber auch der Berufsweg der Eltern hat entscheidenden Einfluss, da 59% der befragten Gründer:innen mindestens einen Elternteil mit einem akademischen Abschluss haben. Zudem haben 38% der befragten Gründer:innen mindestens einen selbstständigen Elternteil. Dies ermöglicht den Gründer:innen oft eine ideelle, aber auch finanzielle Unterstützung durch ihre Eltern und verschafft ihnen Zugang zu relevanten Netzwerken.

Besonders interessant sind die Erkenntnisse zu Startups von Gründer:innen mit unternehmerisch tätigen Eltern, die im Durchschnitt mehr Beschäftigte haben. Dr. Leif ergänzt hier, dass dies auch an unterschiedlichen Einstellungen zum Thema Wachstum liegen könne.

Tijen Onaran, erfolgreiche Unternehmerin und Investorin, berichtet von ihren eigenen Herausforderungen bei der Gründung vor 8 Jahren, als sie nicht auf ein entsprechendes familiäres Netzwerk zurückgreifen konnte. Sie appelliert an etablierte Netzwerke, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden und sich nicht vor Gründer:innen mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen zu verschließen. Zudem motiviert sie Gründer:innen auf sich und die eigene Geschichte aufmerksam zu machen und betont Sichtbarkeit als Machtfaktor.

Julia Scheerer vom Startup-Verband ermutigt als Mentor, Startups in ihrer vertrauten Umgebung zu besuchen. Franziska Teubert regt dazu an, auch die Investorenlandschaft diverser zu gestalten und in verschiedene Lebenswege zu investieren, um das volle Potenzial zu nutzen.

Hier ist der Link zur Studie: https://lnkd.in/dsfzPWcf

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